Zoobesuch ------------ Tiermord im Zoo


Jedes Frühjar wieder locken niedliche Jungtiere in großen wie auch kleinen Zoos jede Menge Besucher an. Ein lukrativer Kassenmagnet. Deshalb wird viel zu viel gezüchtet. Da aber die Kapazitäten schnell überschritten werden, werden die Tiere, oftmals noch kein Jahr alt, an Händler abgegeben. Kein Zoo wollte bisher öffentlich davon Kenntnis haben, was mit diesen Tieren geschieht. Dabei war man sich wohl über deren Schicksal im klaren. Von Händlern an Schlachthäuser in Belgien oder auch Deutschland geliefert. Ihr Fell teuer verkauft, ihr Fleisch von deutschen Zoos frisch auf den Tisch ! Nun gibt man öffentlich zu, das überzählige Tiere eingeschläfert werden sollen. Man spricht wohlweislich von "einschläfern" um das Thema gegenüber der Öffentlichkeit zu entschärfen. Zoos sollten ursprünglich "Vorbildfunktion
"haben,".... als Tierschutzeinrichtungen unmittelbar einer
Mensch-Tier-Beziehung, bei der eine emotionale Bindung zu Tieren und damit eine Achtung für die gesamte Schöpfung entsteht." Zoos heute sind Schlachttierproduktionsstätten,die rein profitmäßig noch wirtschaften und
Tiere zu Wegwerfartikeln erniedrigen.
Tiere in Zoos zu halten ist schon schlimm genug. Es gibt keine rechtsverbindlichen Verordnungen oder Gesetze, lediglich Gutachten über Mindestanforderungen an Käfig- oder Gehegegröße. Von einer artgerechten Tierhaltung kann da wohl keine Rede sein, denn welcher Elefant hat in der freien Wildbahn nur 500 m² zur Verfügung ? Welcher Tiger lebt auf 40 m² ? Von den klimatischen Bedingungen ganz zu schweigen ! Gar zu oft fällt selbst dem gutgläubigsten Besucher das ruhelose Umherlaufen der Tiere in ihren Käfigen auf.Oder der traurige Menschenaffe, der apathisch in seinem gefliesten Affenhaus sitzt.

Was würden die vielen Kinder dazu sagen, wenn sie wüßten, daß das niedliche
kleine Bärchen oftmals den nächsten Winter gar nicht mehr erleben darf !


Tiermord im Zoo

Kommentar von Wolfgang Apel, Praesident Deutscher Tierschutzbund

Der Zoo hat einen offenbarungseid geleistet: Gesunde Jungtierte zu toeten, wenn es fuer sie keinen weiteren Bedarf oder Platz gibt, ist ein Armutszeugnis fuer das Zoo-Management und ein klarer Verstoss gegen das Tierschutzgesetz.

Im Fruehjahr locken die kleinen Fellknaeule scharenweise Besucher an. Doch innerhalb weniger Monate verlieren sie diese wertvolle Eigenschaft und der Zoo hat keinen "Bedarf" mehr fuer sie. Der Platz im Zoo sei knapp, man muesse "selektieren", argumentieren die Zoodirektoren. Sie raeumen sogar freimuetig ein, der "Absatzmarkt Zirkus" sei ihnen weggebrochen. So bleibt also nur noch die Giftspritze?

Diese Denkweise ist tierverachtend. Sie verstoesst gegen die ethischen Grundsaetze des Tierschutzes. Es kann nicht sein, dass die Maengel des Zuchtmanegements im Zoo auf dem Ruecken der Tiere ausgetragen werden.

Einzig gangbarer Weg ist die an den tatsaechlichen Bedarf angepasste Nachzucht - unter der Vorraussetzung, dass die Tiere artgerecht gehalten werden.

Wenn die Zoologischen Gaerten nicht in der Lage sind, das Geburtenmangement tiervertraeglich in den Griff zu bekommen, hat der Zoo seine Existensberechtigung endgueltig verloren. Jeder Tierfreund ist aufgefordert, Zoologische gaerten so lange zu boykottieren, bis der Plan fuer den Tiermord vom Tisch ist.

Quelle: du uns das Tier 02/2000


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