Wer ist Covance--Durch Tierversuche wird kein Mensch gesund -- Internationaler Tag des Versuchstieres

Tierverbrauch im Studium - Studierende gesucht--Tierversuchszahlen 2005


Großer Erfolg bei "Botox"-Tierversuchen - 25.000 Mäuse müssen 2016 nicht mehr leiden
Das Frankfurter Pharmaunternehmen Merz hat die behördliche Anerkennung für einen Zellkulturtest als Ersatz für die langjährig kritisierten "Botox"-Tierversuche an Mäusen erhalten. Das bedeutet: 2016 bleibt 25.000 Mäusen ein qualvoller Vergiftungstod erspart!
Wir gratulieren Merz zu diesem wichtigen Fortschritt!
Da dennoch Tausende von Mäusen weiter leiden müssen, fordern wir von Merz, die Botulinumtoxinproduktion einzustellen - solange, bis die tierversuchsfreie Methode für alle Testarten und für alle Länder anerkannt ist. Pressemitteilung >>
Die aktuelle Entwicklung ist für uns aber auch Anlass, einmal innezuhalten. So war es unser Ärzteverein, der 2007 die grausamen "Botox"-Tierversuche ans Licht der deutschen und europäischen Öffentlichkeit brachte. Und unsere seither intensiv geführte Kampagne übt Druck auf die Herstellerfirmen aus, tierversuchsfreie Systeme zu entwickeln und zu validieren. Die Unternehmen Allergan und Merz haben bereits Zeichen gesetzt, Ipsen und Eisai haben wir noch kräftig im Visier.

Quelle: Ärzte gegen Tierversuche e.V.


11. September 2014

Verdeckte Aufnahmen offenbaren grausame Affenhirnforschung

Ärzteverein fordert sofortiges Ende

Wie in der gestrigen Sendung Stern TV exklusiv gezeigte, verdeckt gedrehte Filmaufnahmen offenbaren, werden am Max-Planck-Institut (MPI) für Biologische Kybernetik in Tübingen Rhesusaffen in grausamen Hirnversuchen „gequält und getötet“. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche hat bereits 2009 eine Kampagne gegen die Hirnforschung an mehreren Tübinger Instituten ins Leben gerufen und damit die politische Diskussion entfacht.

Ein Tierpfleger hatte in Zusammenarbeit mit SOKO Tierschutz und der britischen Organisation BUAV ein halbes Jahr lang die Zustände im MPI mit versteckter Kamera dokumentiert. Zu sehen sind Affen, die gewaltsam in den Affenstuhl gezwungen werden, wo ihr Kopf bewegungslos fixiert wird sowie Affen, die gravierende Verhaltensstörungen zeigen. Obwohl vom MPI bestritten, ist in den Aufnahmen zu sehen, dass ein Affe betäubt im Primatenstuhl fixiert wird, da wache Tiere sich wehren. Das Tier gerät beim Aufwachen in Panik, kann sich jedoch nicht aus der ausweglosen Situation befreien. Dokumentiert ist auch, dass Affen über mehrere Tage nichts zu Trinken bekommen und quälenden Durst erleiden. Ein frisch operierter Affe versucht sich das Implantat vom Kopf zu reißen und eine Äffin ist durch eine Infektion des Implantats halbseitig gelähmt.

Am Tübinger MPI werden seit Jahren Rhesusaffen durch Durst gezwungen, jeden Tag stundenlang mit angeschraubtem Kopf Aufgaben am Bildschirm zu erfüllen. Über ein Bohrloch im Schädel werden Elektroden in das Gehirn eingeführt. Die Experimentatoren bezwecken damit, das Gehirn von Affen bei Gedächtnisleistung oder bei der Betrachtung von Gesichtsausdrücken zu erforschen. Der Ärzteverein kritisiert die Versuche als zweckfreie Grundlagenforschung ohne jede klinische Relevanz. In Berlin hatte die zuständige Genehmigungsbehörde vergleichbare Versuche nicht genehmigt. In ihrem Bescheid begründete sie die Ablehnung unter anderem mit der Aussage: „Um einem lebensbedrohlichen Leiden (Durst) zu entrinnen, fügt sich das Tier in ein anderes erhebliches Leiden (Kopffixierung im Primatenstuhl).

Wie sinnvolle Hirnforschung aussehen kann, zeigen Forschergruppen der Universität Gießen. Am dortigen Zentrum für Psychiatrie werden zur Erforschung verschiedener Erkrankungen im Rahmen des Forschungsschwerpunktes Neurowissenschaft das Denken und Erleben des Menschen und dessen neuronale Grundlagen bei Patienten und gesunden Menschen erforscht. „Dabei konnten bereits viele klinisch wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden, die kranken Menschen zu Gute kommen“, erläutert Ärztin Katharina Kühner, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Ärzte gegen Tierversuche, die in einer der Gießener Forschungsgruppen ihre Dissertation absolvierte.

„Eine auf reiner Neugier basierende Tierversuchsforschung ist ethisch nicht zu rechtfertigen, blockiert den medizinischen Fortschritt und ist eine immense Verschwendung an Steuergeldern“, so Kühner weiter. Der Verein fordert von der grün-roten Landesregierung, sich nicht weiter aus der Verantwortung zu ziehen, sondern endlich den Ausstieg aus der nachweislich höchst leidvollen und medizinisch irrelevanten Primatenhirnforschung zu erklären. Stattdessen solle in tierversuchfreie Forschungsmethoden investiert werden. Im Gegensatz zu Tierversuchen können mittels bildgebender Verfahren, Patientenstudien und Computersimulationen Krankheiten und Funktionen des menschlichen Gehirns sinnvoll untersucht werden, so der Ärzteverein abschließend.


EU novelliert Tierversuchs-Richtlinie
Tierrechtsgruppen aus 10 Ländern starten Online-Unterschriften-Kampagne



Der Bundesverband Menschen für Tierrechte startet heute zusammen mit
Tierrechtsorganisationen aus zehn europäischen Ländern eine Online-Unterschriftenaktion für eine tierversuchsfreie Forschung in Europa.
Anlass ist die derzeitige Novellierung der Tierversuchs-Richtlinie
86/609 durch die EU-Kommission.

Die EU-Richtlinie 86/609 ist die Rechtsgrundlage zur Durchführung von
Tierversuchen in der EU. Doch diese Richtlinie ist zwanzig Jahre alt und bedarf einer dringenden Überholung. So werden tierexperimentelle Bereiche wie Grundlagenforschung, Gentechnik sowie die Aus-, Fort- und Weiterbildung bislang überhaupt nicht berücksichtigt. Die EU-Kommission ist derzeit mit der Novellierung dieser Richtlinie befasst.
Tierrechts- und Tierversuchsgegner aus Deutschland, Finnland,
Frankreich, Großbritannien, Italien, Kroatien, Norwegen, Portugal,
Schweden und Spanien wollen nun mit einer Online-Aktion wesentliche
Verbesserungen in der Gesetzgebung erzielen und rufen die EU- Bürger zur Beteiligung auf. Insbesondere sollen Tierversuche durch moderne, für den Menschen relevante - das heißt tierversuchsfreie Forschungsmethoden - ersetzt werden. Geleitet wird die Kampagne vom britischen Dr. Hadwen Trust, eine der europaweit führenden Organisationen im Bereich der tierversuchsfreien Verfahren.

"Die Novellierung der Tierversuchs-EU-Richtlinie bietet der EU jetzt
die Chance, den Ersatz von Tierversuchen deutlich voranzubringen," so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes. "Diese Gelegenheit muss jetzt unbedingt genutzt werden, einen generellen Kurswechsel einzuleiten: weg vom Tierversuch, hin zu innovativer Forschung ohne Tierversuche."

Tierversuchsfreie Methoden wie Zellkulturen und Computermodelle sind
nicht nur aus ethischen Gründen, sondern auch aus wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Sicht zu bevorzugen. Sie liefern zuverlässige und sinnvolle Resultate und sind zudem oft auch noch wesentlich schneller und kostengünstiger als die entsprechenden Tierversuche.

Online-Unterschriften-Aktion: www.endeuanimaltests.org


Tierversuchszahlen 2005 - soeben veröffentlicht 15.11.06

Alarmierend: Tierversuche erneut gestiegen

Die heute vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz herausgegebenen Tierversuchszahlen zeigen einen erneuten Anstieg: von 2,2 Millionen getöteten Tieren im Vorjahr auf 2,4 Millionen in 2005. Dies entspricht einer Steigerung um 6,5 Prozent beziehungsweise 147.189 Tieren.

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte erinnert die
Bundespolitiker an die Einhaltung der im Koalitionsvertrag
zugesagten zügigen Weiterentwicklung von Ersatzmethoden und
zeigt Eigeninitiative: Am 20. November wird den Bundestagsfraktionen ein praktikables Konzept zur Förderung tierversuchsfreier Forschung vorlegen.

Die seit Jahren ansteigenden Versuchstierzahlen sind vor allem auf
den Bereich der Gentechnik zurückzuführen, wo allein bei den
gentechnisch veränderten Mäusen eine Zunahme um etwa 50.000 Tiere
zu verzeichnen ist. Jedoch wurden auch 4.892 Hunde, 1.023 Katzen, 2.105 Affen im Jahr 2005 in deutschen Laboren getötet.

"Während in vielen Forschungsbereichen, wie den Giftigkeitstests,
tierversuchsfreie Methoden auf dem Vormarsch sind, hinkt die
Gentechnik massiv hinterher", erklärt Dr. Kurt Simons, Vorsitzender
des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte. Auch Prof. Dr. Marcel Leist, Inhaber des ersten Lehrstuhls für In-vitro-Methoden an der Universität Konstanz, sieht im Bereich der Gentechnik einen großen Nachholbedarf, tierversuchsfreie Methoden zu entwickeln.

Der Bundesverband fordert schnellstmöglich Konzepte zur Entwicklung
und Umsetzung solcher Verfahren und hat am 20. November in Berlin einen Workshop mit Vertretern aller Bundestagsfraktionen initiiert. Dort wird er auch selbst ein Konzept präsentieren, das konkrete Maßnahmen aufzeigt wie die Förderung einer tierversuchsfreien Forschung vorangetrieben werden kann.


Tierverbrauch im Studium - Studierende gesucht


An zahlreichen Hochschulen sind in den Fachbereichen Medizin, Tiermedizin und Biologie Tierversuche, bzw. Übungen an eigens zu diesem Zweck getöteten Tieren, Pflichtbestandteil der Ausbildung. Immer wieder weigern sich Studierende, an diesen, so genannten "tierverbrauchenden" Praktika teilzunehmen. Mehr und mehr Hochschulen ziehen die Konsequenzen daraus und bieten tierverbrauchsfreie Lehrmethoden an.
SATIS (lat.: "genug") versteht sich als Forum der Studierenden, die den "Tierverbrauch" in der Ausbildung ablehnen. Statt veralteter Lehrmethoden, für die Tiere ihr Leben lassen müssen, fordern wir den Einsatz von tiermissbrauchsfreien Lehrmethoden, die einen respektvollen Umgang mit Lebewesen ermöglichen und gewährleisten.

Aktion zum Mitmachen!

Zusammen mit unserem Dachverband, den Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V. planen wir für das WS 2006/2007 einige konkrete Projekte im Bereich "Tierverbrauch" im Studium.
Zum Update unserer Informationen über die Situation an den einzelnen Hochschulen benötigen wir deine Hilfe!

Wenn du für den Reader zur Situation an deutschen Hochschulen eine Aktualisierung beitragen kannst, melde dich bitte bei

www.satis.tierrechte.de


Medikamenten-Tester auf Intensivstation
Tierversuche konnten schwere Nebenwirkungen nicht vorhersagen


Sechs gesunde freiwillige Versuchspersonen erkrankten zum Teil
lebensgefaehrlich, nachdem sie ein neues, zuvor erfolgreich in
Tierversuchen getestetes Medikament eingenommen hatten. Derzeit
liegen die Maenner mit multiplen Organversagen in einem Londoner Krankenhaus auf der Intensivstation. Nach Meinung von Aerzte gegen Tierversuche und Bundesverband Menschen fuer Tierrechte ist dieser soeben oeffentlich bekannt gewordene Zwischenfall ein weiterer Beweis fuer die Unzuverlaessigkeit der Methode Tierversuch.
"Tierversuche koennen die Reaktionen des Menschen nicht vorhersagen
und damit die Sicherheit von Medikamenten nicht gewaehrleisten", so Dr. med. vet. Corina Gericke, Sprecherin von Aerzte gegen Tierversuche und Bundesverband Menschen fuer Tierrechte. "Menschen und die verschiedenen Tierarten unterscheiden sich hinsichtlich Stoffwechsel, Organaufbau und -funktionen so stark, dass die Ergebnisse aus Tierversuchen nicht auf andere Arten uebertragbar sind. Es gibt zahllose Beispiele, bei denen tierversuchserprobte Medikamente bei Menschen zu schweren, oft sogar toedlichen Nebenwirkungen gefuehrt haben. Vioxx und Lipobay sind bekannte Beispiele der juengsten Vergangenheit."
Das Medikament TGN1412, das jetzt zu den lebensgefaehrlichen
Reaktionen bei sechs Versuchspersonen gefuehrt hat, war von der Wuerzburger Pharmafirma TeGenero AG zum Einsatz gegen Multiple Sklerose, Arthritis und verschiedene Krebsarten entwickelt worden. In einer Stellungnahme von TeGenero heisst es, dass die vorangegangenen Laborstudien die jetzt bei den Versuchspersonen aufgetreten Reaktionen nicht widergespiegelt haetten.
Die Tierversuchsgegner fordern seit Jahren, auch aus Gruenden
des Verbraucherschutzes, bei der Medikamentenentwicklung endlich auf Tierversuche zu verzichten. Der Einsatz moderner Testmethoden anstelle von Tierversuchen, wie komplexer Computermodelle, Tests mit menschlichen Zellkulturen und Mikrodosis-Tests, die Rueckschluesse auf die Verstoffwechslung im Koerper zulassen, wuerden die Medikamentensicherheit wesentlich erhoehen. "Wie viele Skandale muessen noch passieren, bis endlich ein Paradigmenwechsel - weg von der Uraltmethode Tierversuch, hin zu tierversuchsfreien Verfahren -
vollzogen wird?", fragt Gericke.

Quelle: Menschen für Tierrechte


Wer ist Covance Demo am 17.07.04 in Hamm

Covance ist ein multinationales Unternehmen mit Sitz in Princeton, USA, und Einrichtungen in 18 verschiedenen Ländern. Firmen wie Aventis, Pfizer und Bayer geben bei Covance Tierversuche in Auftrag. Im Labor in Münster werden hauptsächlich Arzneimitteltests im Bereich der Reproduktionstoxikologie durchgeführt, d. h. die Testsubstanzen werden trächtigen Affen verabreicht, um missbildende oder Erbgut schädigende Einflüsse festzustellen. Solche Versuche sind z. B. durch das Arzneimittelgesetz vorgeschrieben und müssen nicht genehmigt werden. Jedes Jahr werden rund 1.000 Primaten, vorwiegend Javaner- und Rhesusaffen, im Rahmen von Tierversuchen bei Covance getötet. Damit »verbraucht« Covance über die Hälfte aller in Deutschland zu Versuchszwecken verwendeten Affen. Covance in Münster beschäftigt 180 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 18 Millionen Euro. Schon im September 2003 stellten die Ärzte gegen Tierversuche Strafanzeige gegen Covance. Ein ehemaliger Mitarbeiter hatte berichtet, wie 500 überschüssige Affen mit der Todespritze »entsorgt« worden waren. Einigen war ein nicht zugelassenes Mittel verabreicht worden, das einen besonders qualvollen Todeskampf der Tiere zur Folge hatte.

Quelle:www.tierrechte.de


Erstmals in Deutschland: Undercover-Aktion der britischen Organisation BUAV (British Union for the Abolition of Vivisection - Britische Union zur Abschaffung von Tierversuchen) enthüllt die haarsträubenden Zustände hinter den verschlossenen Türen eines Tierversuchslabors. Schwer verhaltensgestörte Affen in kleinen, kahlen Gitterkäfigen, rohe, respektlose Behandlung der Tiere durch das Personal, grausame Giftigkeitsversuche, Angst und Leid von Tausenden von Primaten - das ist die schreckliche Realität im Auftragslabors Covance in Münster.
Trotz eindeutiger filmischen Beweise für Verstöße gegen das Tierschutzgesetz musste die
Firma Covance bislang keinerlei Sanktionen hinnehmen. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte sowie etliche andere Organisationen und Einzelpersonen erstatten zwar Anzeige, doch wurden das Verfahren von der Staatsanwaltschaft Münster eingestellt. Dagegen legte der Bundesverband Beschwerde ein. Die Firma Covance versucht ihrerseits durch einstweilige Verfügungen einzelne Tierrechtsvereine mundtot zu machen und die Verbreitung der Bilder aus dem Labor zu verhindern. Die Betroffenen erhoben dagegen Widerspruch, aber das Landgericht Münster bestätigte die einstweiligen Verfügungen. Hauptsache- und Berufungsverfahren stehen noch aus. Schließlich entschied ein weiteres Gericht, das Verwaltungsgericht Münster, zugunsten von Covance, indem es eine einstweilige Verfügung der Firma gegen die Anordnung der Stadt Münster, Videoüberwachungskameras zu installieren, bestätigte. Auch dieses Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Es kann nicht angehen, dass in unserem Rechtsstaat die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen werden und der Schutz der Täter höher gewertet wird als der der Opfer. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte fordert daher:
- Die Schließung von Covance
- Verbot von Affenversuchen (als ersten Schritt auf dem Weg zur Beendigung aller Tierversuche)
- Wahrung der Meinungs- und Pressefreiheit

Quelle:www.tierrechte.de


Zum Fall Tierversuchslabor Covance:
Staatsanwaltschaft Münster mit Blindheit geschlagen?
Menschen für Tierrechte legen Beschwerde gegen Einstellung der Ermittlungen ein


Der Bundesverband Menschen für Tierrechte erhebt gegen die Staatsanwaltschaft Münster schwere Vorwürfe und legte jetzt Beschwerde gegen deren Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen Verantwortliche des Tierversuchslabors Covance sowie gegen den Amtsveterinär Dr. Roland Otto ein.
»Höchst einseitig und unqualifiziert« hält Dr. Eisenhart von Loeper, Rechtsanwalt und Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte, die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft. Diese wurde mit mangelndem Tatverdacht der Tierquälerei begründet. Von Loeper, der seit 26 Jahren ständig tierschutzrechtliche Problemfälle bearbeitet und Kommentator des Tierschutzgesetzes ist, verweist darauf, dass mehrere hochqualifizierte Sachverständige aufgrund des vorhandenen Filmmaterials anhaltende Leiden der Versuchsaffen registriert haben. Diese äußern sich z. B. durch Verhaltensstörungen in Form von Schaukel- und Drehbewegungen oder mimischen Gebärden. Das müsse nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs als kennzeichnend für Tierquälerei eingestuft werden.

»Die Staatsanwaltschaft Münster hat sich einseitig von den Schutzbehauptungen der Firma Covance und dem ihr nahe stehenden Amtsveterinär beeindrucken lassen«, betont von Loeper. So habe sie es in bestürzender Weise unterlassen, profilierte Primatenforscher zu befragen und sorgfältig die durch die Filmdokumentationen erwiesenen Fakten unabhängig auszuwerten. Kritisch beleuchtet der Rechtsanwalt besonders die Aussage der Staatsanwaltschaft, dass gegen Amtsveterinär Otto »zu keinem Zeitpunkt auch nur der Hauch eines Tatverdachts« bestanden habe. Denn bereits vor Monaten sei gegen die Firma Covance Anzeige erstattet worden, als es um die Tötung von 500 Affen ging.

Dr. Otto habe die Tötungen sanktioniert, die weder gerechtfertigt erschienen noch tierschutzkonform durchgeführt worden seien. »Die Staatsanwaltschaft Münster ist augenscheinlich mit Blindheit geschlagen«, folgert von Loeper »Und es ist beschämend, wie einseitig sie agiert, mangelnde Achtung gegenüber den Affen als intelligenten, sozialen Wesen erkennen lässt und nicht ihrer Verpflichtung nachkommt, das Staatsziel Tierschutz umzusetzen.«

Die Staatsanwaltschaft werde deshalb, so von Loeper, die Ermittlungen aufgrund der eingelegten Beschwerde fortführen müssen. Das sei sie den Versuchstieren sowie der Bevölkerung, die mit großer Empörung auf den unwürdigen, qualvollen Umgang der Beschuldigten mit den Versuchsaffen reagiert habe, schuldig.

Unterschriftlisten und weitere Informationen unter http://tierrechte.de

Quelle:www.tierrechte.de


24.04. - Internationaler Tag des Versuchstieres: Europa geht uns alle an - keine Tierversuche fuer alte Chemikalien

Am 24.04., dem internationalen Tag des Versuchstiers, fordern wir alle Buergerinnen und Buerger auf, sich gegen die auf europaeischer Ebene geplanten Tierversuche zur Testung der sog. Altchemikalien auszusprechen. Altchemikalien sind Stoffe, die vor 1981 auf den Markt kamen. Die meisten davon wurden nie auf ihre Giftigkeit hin untersucht. Mitte Februar wurde von der Europaeischen Kommission ein "Weissbuch - Strategie fuer eine zukuenftige Chemikalienpolitik" vorgelegt. Hintergrund dieses Weissbuchs ist die Erkenntnis, dass die bisher gueltigen Regelungen zur Sicherheitspruefung von Chemikalien gescheitert sind und dass dadurch sowohl die Verbraucher als auch die Umwelt unnoetig gefaehrdet werden. Derzeit wird das Weissbuch im Europaeischen Parlament und im Umweltministerrat diskutiert und kommentiert. Ersten Ankuendigungen der Europaeischen Kommission zufolge kann eine Veraenderung der Chemikalienpolitik dazu fuehren, dass in den kommenden Jahren mehrere Millionen Versuchstiere zusaetzlich sterben muessen, um Daten ueber die Giftigkeit der Altchemikalien zu liefern.

"Diese Versuche sind unsinnig, und muessen verhindert werden. Haeufig liegen bereits die gesuchten Daten vor und sie werden nur von der Industrie geheim gehalten. Haeufig weiss man allein auf Grund der Schaeden, die bestimmte Chemikalien am Menschen oder in der Umwelt verursacht haben, dass sie giftig sind - und es ist unsinnig, sie nachtraeglich im Tierversuch zu testen. Und schliesslich sind Tierversuche in Sicherheitspruefstrategien sowieso unsinnig, da man die fuer die Einstufung von Chemikalien erforderlichen Daten ethisch vertretbar mit tierversuchsfreien Verfahren ermitteln kann", so Waltraud Phul, die Vorsitzende des Tierschutzvereins "Menschen helfen Tieren Worms e.V.".

Die im Weissbuch vorgeschlagene Chemikalienpolitik reicht nicht aus, jetzt einen umfassenden Verbraucher-, Umwelt- und Tierschutz sicherzustellen: Fuer alle Chemikalien, die in Produktionsvolumina von unter 10 Tonnen jaehrlich auf den Markt gebracht werden, soll zwar vorgeschrieben werden, dass ihre Giftigkeit mit tierversuchsfreien Verfahren ermittelt werden muss. Aber fuer alle Chemikalien, die in hoeheren Produktionsvolumina auf den Markt kommen, wird wieder die alte Pruefstrategie, die eine Serie laengst ueberholter Tierversuche beinhaltet, vorgeschlagen. Somit haben es die Politiker versaeumt, fuer die Chemikalien, die den Verbraucher und die Umwelt allein mengenmaessig am meisten belasten, eine Sicherheitspruefstrategie mit tierversuchsfreien Verfahren festzuschreiben.

Hier muessen die Europaparlamentarier und der Ministerrat ansetzen. Im Weissbuch muss festgeschrieben werden, dass alle Chemikalien, fuer die auf Grund bereits existierender Daten noch keine Risikobewertung vorgenommen werden kann, mit tierversuchsfreien Verfahren - und nicht mit Tierversuchen - getestet werden. Wir sind davon ueberzeugt, dass dies der richtige Weg hin zu einem besseren Verbraucher- und Umweltschutz ist, da tierversuchsfreie Verfahren viel besser als Tierversuche in der Lage sind, die Gefaehrlichkeit unbekannter Chemikalien abzuschaetzen.

Unterschriftenliste


Die Haltung von Versuchstieren

ist nicht tierschutzgerecht

Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich fuer

die Abschaffung aller Tierversuche ein.

Auf dem Weg dorthin darf man jedoch den

Schutz der Tiere, die heute fuer Versuche

gezuechtet und gehalten werden,

nicht ausser Acht lassen.

Diesen Tieren werden nicht nur waehrend

der Versuche, sondern auch durch nicht

artgerechte Haltung Leiden und Schaeden

zugefuegt.

Einzelhaft in winzigen Kaefigen, die keine artgemaesse Bewegung oder Beschaeftigung erlauben, ist die Regel nach den veralteten Vorschriften zur Haltung von Labortieren

Quelle: du und das tier 05/2000


Datenbank Tierversuche


Durch Tierversuche wird kein Mensch gesund

Krankheits-Symptome werden gesunden Tieren kuenstlich zugefuegt,

um chemisch-synthetische Substanzen zu entwickeln, welche diese

Symptome dann unterdruecken sollen.

Ein Symptom ist immer Ausdruck, nicht aber Ursache einer Krankheit,

genauer: Homotoxikose.

Deshalb ist es ein dummes, gefaehrliches und aussichtsloses Unterfangen,

Symptome zu unterdruecken. Und fuehrt niemals zur Heilung.

Wenn das dem Tier kuenstlich beigebrachte Symptom dem Symptom

des Menschen aehnlich ist, so bedeutet dies nicht, dass auch aehnliche

Ursachen vorliegen. Daher ist ein Symptomvergleich zwischen Mensch

und Tier schlichtweg unwissenschaftlich.



Internationaler Tag des Versuchstieres

Anläßlich des Internationalen Tag des Versuchstieres am 24.4.2006möchten wir alle an das unsagbare Leid der Versuchstiere erinnern und müssen mit Bestürzung feststellen, dass der Trend zu mehr Tierversuchen in Deutschland besteht. Auch im Jahr 2000 wird das Vermarktungsverbot für Kosmetika, deren Inhaltsstoffe in Tierversuchen getestet wurden, nicht in Kraft treten.
Ein solches Verbot könnte umgehend realisiert werden. Eine ausreichende Anzahl toxikologisch charakterisierter Inhaltsstoffe und einsatzfähiger tierversuchsfreier Prüfmethoden, um gesundheitlich unbedenkliche Kosmetikprodukte auf den Markt zu bringen, steht längst zur Verfügung.
Die Versuchstierzahlen sind im Gegensatz zu den Vorjahren nicht mehr gesunken. Die aktuellen Zahlen der Bundesregierung zeigen, dass die vorhandenen Mechanismen nicht mehr ausreichen um zu verhindern, dass Tiere nahezu beliebig zu Forschungszwecken missbraucht werden
.
Im Bereich der Grundlagenforschung verläuft die Tendenz hin zu immer mehr Tierversuchen. Das vorhandene Genehmigungsverfahren leistet offenbar keinen Beitrag zu deren Verringerung. Die verantwortlichen Wissenschaftler weigern sich weiterhin, ihrer ethischen Verantwortung gerecht zu werden und das in einem Bereich, in dem Erkenntnisse gewonnen werden, die keinen unmittelbaren Nutzen für Mensch und Umwelt bringen. Neben einer deutlichen Zunahme der Versuchstierzahlen bei Mäusen und Kaninchen stieg auch die Zahl der verwendeten Hunde erheblich.
1998 wurden insgesamt 5.600 Hunde in Versuchen eingesetzt - über 1000 mehr als im Vorjahr.
Der "beste Freund des Menschen" muss vor allem in sogenannten Toxizitätsprüfungen leiden, bei denen Giftigkeit von Substanzen und Produkten untersucht wird. Diese Versuche sind mit qualvollen Symptomen wie Vergiftungserscheinungen verbunden.
Unsere Forderung an die Bundesregierung: Tierversuche müssen durch alternative Methoden ersetzt werden.



Ehrlos ist jeder Arzt, welcher gegen sein edleres Gefuehl als Mensch, gegen die innere Stimme des Gewissens und der Gerechtigkeit und gegen seine wissenschaftlich Ueberzeugung den physiologischen Tierversuch, Vivisektion genannt, gutheisst, verteidigt oder auch nur stillschweigend anerkennt, anstatt gegen diese hoechst beklagenswerte wissenschaftliche Verirrung beherzt und rueckhaltlos aufzutreten...

Dr. med. Artur Laab, Graz 1905