26.10.2019 Mahnwache vor dem Zirkus Manuel Weisheit

Gegen Wildtiere im Zirkus

Bewusst haben wir die Mahnwache nicht öffentlich gepostet. Zusammenstöße lenken immer von dem eigentlichen Sinn solcher Aktionen ab und damit ist keinem Tier geholfen.

Nachdem es seit 2011 ein Gastspielverbot für Zirkusse die Wildtiere mitführen in Worms gibt, war jahrelang Ruhe. Aber die Luft wird dünn für diese Zirkusse, da inzwischen 24 Länder in der EU Verbote ausgesprochen haben. Deutschland gehört neben Frankreich, Spanien und Litauen zu den Schlusslichtern.

Obwohl Weisheit die Tiger nicht angemeldet hatte, nutzte er die Lücke, denn auf der Verbotsliste waren die Tiger nicht aufgeführt. Gerade die Großkatzen leben unter den für diese Tiere schlimmsten Bedingungen. Abgesehen vom Leid dieser Tiere, sind sie auch im Falle eines Ausbruchs aufgrund ihrer Größe und Kraft eine große Gefahr für Menschen. Erst im Juli d.J. wurde wurde der Dompteur E.Weber von seinen Raubkatzen zerfleischt.

Wildtiere kann man nicht domestiziert, auch nicht wenn sie im Zirkus geboren wurden. Vor 16 Jahren gab der Bundesrat an die Bundesregierung die Empfehlung Zirkusse mit Wildtieren zu verbieten. Dies wurde in all den Jahren ignoriert! Ausbrüche zahlen die Tiere fast immer mit ihrem Leben, aber es gab auch bei den Menschen genug Schwerverletzte und Tote.

Beenden wir doch endlich diese Quälerei! Wegen einigen Minuten falscher Zauber in der Manege müssen Tiere lebenslang in Käfigen sitzen die niemals ihrem natürlichem Lebensraum entsprechen, müssen Tatzen zum Winken heben, auf Podesten Männchen machen, durch Reifen springen und der Peitsche gehorchen.

Möchten Sie das wirklich? Tiere zu verhöhnen, zu missbrauchen, ihnen ihre Würde zu nehmen, ihnen jeden Respekt zu verweigern, ist Ihnen das wenige Minuten seichte Unterhaltung wert? Sie jahrelang über unsere Strassen zu karren, ihnen ihre minimalsten Rechte zu verwehren, ihnen abzusprechen, dass sie leiden?

Kein Tierfreund kann dem zustimmen! Unschuldige Tiere werden zu lebenslanger Haft ohne Aussicht auf Begnadigung verurteilt - wegen eines kurzen Zirkusbesuches!

Versetzen Sie sich in Rolle eines Zirkustieres - Sie würde das Grauen übermannen! Besuchen Sie keinen Zirkus mit Tieren, denn Sie klatschen den Peinigern und verraten die Opfer!

Der Zirkus Weisheit gastiert in Worms und entgegen des von ihm mit der Stadt Worms geschlossenen Vertrages lässt er seine Tiger auftreten! Verträge interessieren diesen Zirkus nicht, obwohl er wusste, dass in Worms Wildtiere in Zirkusbetrieben nicht gerne gesehen sind und ein Gastspielverbot für diese Tiere besteht, nutzte er eine Lücke und setzte sich über dieses Verbot hinweg. Er hatte lediglich bei Vertragsabschluss Lamas, Ponys, Laufenten und Pferde benannt. Diese Tiere wurden ihm auch genehmigt. Dass er die Tiger nach Abschluss des Vertrags nun doch auftreten lässt ist, ist eine arglistige Täuschung der Stadt. Kommunen haben das Recht, ihre öffentlichen Flächen denen zu widmen, die sie auswählen. Ihm wurde dieses Recht zugesprochen, aber ohne die Tiger! Zirkusse argumentieren immer mit dem Recht auf Ausübung ihres Berufes, aber der Tierschutz ist auch im Grundgesetz verankert und rangiert nicht auf den hinteren Plätzen! Inzwischen haben bundesweit über 100 Kommunen Gastspielverbote für Zirkusse die Wildtiere mitführen ausgesprochen, EU weit haben dies 24 Länder ebenfalls. Lediglich Frankreich, Spanien, Litauen und Deutschland haben noch keine Verbote verhängt. Die Luft für Zirkusse mit Wildtieren wird dünn und so versuchen die Zirkusse alles, um sich gegen die Gastspielverbote in Deutschland zu wehren. Dass Wildtiere keine Schmusekatzen sind, die man domestizieren kann ist allgemein bekannt, obwohl dies Zirkusbetreiber immer wieder behaupten. Ettore Weber ist im Juli d.J. von seinen eigenen Tigern zerfleischt worden. Ausbrüche von Wildtieren kommen immer wieder vor – mit Verletzten und auch Toten! Wildtiere sind in mobilen Einrichtungen eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Zirkusbefürworter spielen diese Gefahren herunter. Allein schon aus Sicherheitsgründen für die Bevölkerung sind Wildtiere im Zirkus nicht zu genehmigen. Tiere lebenslang über Europas Straßen zu karren, sie in engen Käfigen zu halten, Elefanten anzuketten ist niemals artgerecht und bedeutet Leiden. Für einige Momente des Auftritts sie zu präsentieren ist Tierquälerei! Irgendwann wehren sich die Tiere und dann ist das Wildtier da, dass die Qual nicht mehr aushält! Dass Veterinäre Zirkusse kontrollieren und bescheinigen, dass die Mindestanforderungen der Zirkusleitlinie erfüllt sind, bedeutet nicht, dass sie immer alles für gut befinden. Ihnen sind die Hände gebunden mit einer Zirkusleitlinie die überholt ist und nicht auf die Bedürfnisse der Tiere ausgerichtet ist.

Einen Zirkus mit einem Zoo zu vergleichen, dazu gehört schon viel Phantasie!

Sieht man sich das Video des Zirkusses auf seiner homepage an, fragt man sich weshalb Tiger so leiden müssen. Glück sieht anders aus. Gute Unterhaltung ebenfalls. Es ist eine einzige Qual, die für jeden denkenden und fühlenden Menschen sichtbar ist! Um Besucher zum Staunen zu bringen, werden sie lebenslang durch Deutschland gekarrt, eingesperrt und dürfen keineswegs artgerecht leben. Sie werden ihrer Würde beraubt, um dem Besucher in einer kleinen Manege zur Schau gestellt zu werden. Männchen machen, oder mit der Tatze winken ist einfach lächerlich! Will das ein Besucher wirklich? Zirkus mit Wildtieren ist nicht mehr zeitgemäß. Was Zirkusbefürworter nie ansprechen, ist die Gefahr, die von Wildtieren ausgeht. Was passiert, wenn ein Wildtier ausbricht und Sie oder Ihre Kinder zu Schaden kommen? Ist bisher nicht passiert? Deutschland ist Spitzenreiter in der EU mit den meisten fahrenden Zirkussen und den meisten mitgeführten Wildtieren - und den meisten Zwischenfällen. Mit Tradition und „Tiere gehören zum Zirkus“ ist diese Haltung nicht zu rechtfertigen. Es gibt wunderschöne Filme, die Sie Ihren Kindern zeigen können und die die Kraft, Schönheit und Eleganz dieser Wildtiere besser zeigen, als es ein Zirkus je kann.

Deshalb kann ich nur jeden bitten, besuchen Sie keinen Zirkus mit Tieren, sondern lassen Sie Artisten zeigen was sie können.

Uns ist auch die Problematik bekannt, dass wir ein bundesweites Wildtierverbot für Zirkusse dringend brauchen, dass sollte uns als Stadt Worms aber nicht davon abhalten weiterhin an diesem Beschluss festzuhalten. Über 100 Kommunen in Deutschland haben diese Gastspielverbote bereits ausgesprochen und natürlich versuchen Zirkusse dies auszuhebeln. Über die Widmung seiner öffentlichen Flächen haben Kommunen immer noch das Recht zu entscheiden, wem sie sie widmen.