Frist läuft ab: Schicksal der Legehennen besiegelt++++++++Huehner in Seehofer-Kaefigen darf es nicht geben!++++++++

Bundesrat rollt der Tierqual den roten Teppich aus+++++++Droht der Ausstieg vom Ausstieg aus den Legebatterien? +++++++

MhT-Infostand in Worms am 22.11.03+++++++Rheinland-Pfalz: Kabinett für Klage gegen Käfighaltung

Unterschriftenaktion


Welttierschutztag 2007: Macht Regale frei von Hühnerquälerei Quelle:DTB

Keine Käfigeier in Produkten
Ob Bahlsen, Verpoorten, Coppenrath & Wiese oder Birkel: In den Produkten dieser - und vieler anderer - Firmen werden Milliarden Eier aus qualvoller Käfighaltung verarbeitet. Viele Verbraucher wissen das nicht - und sie werden darüber auch nicht informiert. Daher stellen wir den diesjährigen Welttierschutztag am 4. Oktober unter das Motto: „Macht Regale frei von Hühnerquälerei – Keine Käfigeier in Produkten“. In den Wochen rund um den Welttierschutztag werden wir durch Aktionen und Informationsständen die Verbraucher aktiv auf diese Problematik aufmerksam machen.
Wir fordern: Kennzeichnung der Eierherkunft auf den Packungen und Verzicht auf Käfigeier in Produkten.

Eier-Kennzeichnung hilft den Tieren
Die Eier-Kennzeichnung (die Kennzeichnungspflicht für verpackte Schaleneier), die 2004 - auch auf Druck des Deutschen Tierschutzbundes - eingeführt wurde, ist eine Erfolgsgeschichte. Anhand der ersten Ziffer des Zahlencodes auf dem Ei können Verbraucher rasch erkennen, in welchem Haltungssystem das Huhn gelebt hat, dessen Eier er kauft. Die 0 steht für Bio-, 1 für Freiland-, 2 für Bodenhaltung und 3 für Käfighaltung.
Die Umsatzzahlen der Eier aus artgerechten Haltungssystemen steigen gegenüber denen der Eier aus der Käfighaltung stetig an. Das beweist: Wenn die Produkte klar gekennzeichnet sind, trifft der Verbraucher seine Entscheidung zugunsten des Tierschutzes. Und: Die Verbraucher haben Macht.
In vielen Fällen können die Verbraucher ihre Macht jedoch nicht einsetzen, denn sie können nicht erkennen, welche Eier sie kaufen. Die Eierindustrie versteckt den Großteil ihrer ungeliebten Käfigeier in Produkten: Milliarden Eier aus der Käfigqualhaltung werden jährlich in Eierlikör, Fertignudeln, Backmischung oder Fertigkuchen verarbeitet.
Wie viele Eier das sind, davon kann man sich kaum eine Vorstellung machen. Eine Konditorei der Firma Coppenrath beispielsweise wird jeden Tag mit einem Tanklastzug voll Flüssigei beliefert. Er ist gefüllt mit 20.000 Litern, das sind ca. 600.000 Eier. Für Eierlikörprodukte der Marke Verpoorten sind es am Tag vermutlich sogar mehrere Millionen Eier.

Klare Kennzeichnung gefordert
Wir fordern daher eine verpflichtende Kennzeichnung aller Fertigprodukte entsprechend den Haltungssystemen der Legehennen.
Das Kennzeichnungssystem für Schaleneier kann hier als Vorbild dienen. Wo Tierqual drinsteckt, muss auch Tierqual draufstehen!

Engagement für die Legehennen
Für die Übergangszeit, bis die Kennzeichnung vorgeschrieben ist, appellieren wir an die Verbraucherinnen und Verbraucher:
Verzichten Sie auf Fertigprodukte, die Eier enthalten, sofern diese nicht eindeutig gekennzeichnet sind und mit Eiern aus Öko-, Freiland- oder Bodenhaltung hergestellt wurden.


Erfolgsmeldung: Dr. Oetker sagt NEIN zu Eiern aus der Käfighaltung

Nachdem der Deutsche Tierschutzbund mit seinen Kampagnen seit Jahren über die Grausamkeit der Käfighaltung von Legehennen informiert und bei politisch Verantwortlichen und Vertretern der Wirtschaft Druck gemacht hat, hat die Firma Dr. Oetker jetzt die positive Konsequenz gezogen:

Seit Anfang Mai verwendet die Firma keine Eier mehr aus der Käfighaltung und ist stattdessen auf Eier aus der Bodenhaltung umgestiegen. Dies hat das Unternehmen u. a. als Reaktion auf die aktuelle Kampagne des Deutschen Tierschutzbundes "Ei, Ei, Ei Hühnerquälerei" mitgeteilt.
Die Kampagne geht jedoch weiter, denn Verpoorten, Bahlsen, Coppenrath
und Wiese, Birkel und Co. stehen nach wie vor in der Kritik.

Der Deutsche Tierschutzbund fordert die klare Kennzeichnung aller Produkte
in denen Eier verwendet werden. Für den Verbraucher muss klar ersichtlich sein, aus welcher Haltungsform die Eier stammen, die für das Produkt verarbeitet werden. Die seit 2004 vorgeschriebene Kennzeichnung von Schaleneiern mit der 0 für Bio, 1 für Freiland, 2 für Bodenhaltung und 3 für Käfighaltung ist bereits eine Erfolgsgeschichte. Der Verkauf von Eiern aus Käfighaltung ist seither zunehmend zurückgegangen. Doch die
Eierindustrie versteckt den Großteil der Käfigeier in Produkten, so dass
der Verbraucher gar nicht erkennen kann, ob er Qualeier kauft: Ob Eierlikör, Fertignudeln, Backmischung oder Fertigkuchen: Jährlich werden Milliarden Eier aus der Käfigqualhaltung verarbeitet, ohne dass das auf den Verpackungen angegeben ist.


Eier: Weniger Käfighaltung und sinkender Pro-Kopf-Verbrauch

In Deutschland sinkt seit Jahren der Eier-Verzehr. Schätzungen der
Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) zufolge lag 2006 der Pro-Kopf-Verbrauch bei 205 Eiern, während er Anfang der Siebziger Jahre in Westdeutschland bei 290 Eiern und in Ostdeutschland bei über 300 Eiern gelegen hat. Für den Rückgang gibt es vielschichtige Gründe, gesundheitliche ebenso wie tierschützerische oder allgemein veränderte Ernährungsgewohnheiten.
Gemäß einer aktuellen Meldung des Statistischen Bundesamtes hat
die Boden- und Freilandhaltung zu- und die Käfighaltung abgenommen. Zwischen 2003 und 2006 stieg die Bodenhaltung (in Betrieben mit 3.000 und mehr Hennen) von 3,6 Millionen auf 6,0 Millionen Plätze (+ 60%).
Die Freilandhaltung nahm um 65% auf 5,7 Millionen Plätze zu.
Die Käfighaltung reduzierte sich um 9% auf 27,9 Millionen, das
entspricht 70,5% von allen Haltungssystemen (2003: 81%).
Insgesamt wurden 2006 in Deutschland 9,53 Milliarden Eier "produziert".
Der Selbstversorgungsgrad liegt bei 69%, 31% werden also importiert.
Dass auch in Exportländern Bewegung aufkommt, demonstrierte jüngst
Belgien. Dort hat mittlerweile die vierte Supermarktkette verkündet, nie mehr Käfigeier zu verkaufen.

Der Bundesverband erinnert gerade jetzt in der Osterzeit daran, dass
Hühner allerdings in jeder Haltungsform vor allem "Eierproduzenten" sind, denen kein Lebensrecht mehr zugesprochen wird, wenn ihre "Legeleistung" nachlässt. Deshalb: Weniger Eierverzehr ist der beste Tierschutz, kein Eierverzehr der allerbeste!


Pressemitteilung vom 13.12.2006

Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner

Käfig-Eier in Lebensmitteln kennzeichnen

Gemeinsam mit der grünen Bundestagsfraktion und sechs weiteren Organisationen* forderte der Bundesverband Menschen für Tierrechte
heute vor dem Brandenburger Tor eine Kennzeichnungspflicht für eihaltige Produkte - bezüglich der Haltungsform der Hennen. Der Bundesverband unterstützt damit einen Antrag von B90/Die Grünen, der am Freitag im Bundestag behandelt wird. Gleichzeitig demonstriert er gegen die rigide Tierschutzpolitik von Bundesminister Horst Seehofer, der die Käfighaltung von Hennen wieder eingeführt hat.

"Der Verbraucher hat ein Recht zu wissen, ob die Eier in Lebensmitteln
aus der tierquälerischen Käfighaltung oder aus tierfreundlicheren Haltungsformen stammen. Deshalb müssen eihaltige Nahrungsmittel genauso gekennzeichnet werden wie Schalen-Eier", betont Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte.
Für sogenannte Schalen-Eier wurde bereits 2004 eine Kennzeichnungspflicht vorgeschrieben. Danach stieg der Marktanteil von Eiern aus
Freiland- und Bodenhaltung bereits auf über 50 Prozent. Doch für Industrie-Eier, die fast zu 100 Prozent aus der tierquälerischen Käfighaltung stammen, gibt es bisher keine Kennzeichnungspflicht.
"Dies muss sich ändern, damit sich der Verbraucher auch bei
eihaltigen Produkten für mehr Tierschutz entscheiden kann", so
Simons weiter.
Der Bundesverband Menschen für Tierrechte fordert den Deutschen
Bundestag auf, dem Antrag (BT-Drucksache 16/3703) der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen zuzustimmen. Danach ist die Lebensmittelkennzeichnung so zu ändern, dass bei Lebensmitteln und anderen Produkten, die Ei als Zutat enthalten, die Haltungsform der 'Legehennen' verpflichtend angegeben wird. Außerdem soll die Bundesregierung sich während ihrer Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2007 für eine entsprechende EU-weite Kennzeichnungspflicht für verarbeitete Eier einsetzen.


Pressemitteilung
Menschen für Tierrechte -
Bundesverband der Tierversuchsgegner vom 21.11.2006


Rheinland-Pfalz: Kabinett für Klage gegen Käfighaltung

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte begrüßt außerordentlich,dass heute Vormittag das rheinland-pfälzische Kabinett einer Normenkontrollklage der Landesregierung gegen die aktuellen Haltungsvorgaben von "Legehennen" zugestimmt hat. Der Bundesverband ist überzeugt, dass das Bundesverfassungsgericht zugunsten der Hennen entscheiden wird.
Das Bundesverfassungsgericht hatte 1999 bereits festgestellt, dass "Legehennen" ihre natürlichen Verhaltensweisen - u.a. Aufbaumen, Flattern und Fliegen - ausüben können müssen. Weil dies in den herkömmlichen Legebatterien nicht möglich war, wurde 2001 das Verbot dieser Käfighaltung ab Januar 2007 beschlossen. Die Eierlobby ließ jedoch nicht nach, die Politik auf Änderung zu drängen. Schließlich ließ Bundesminister Horst Seehofer im August 2006 eine geänderte Verordnung in Kraft treten, die etwas veränderte Käfigsysteme zulässt und die Auslausfrist für konventionelle Batteriekäfige auf Ende 2009 verlängert.
"Rheinland-Pfalz unter Ministerpräsident Kurt Beck hat jetzt die einzige und letzte Chance ergriffen, diesen Rechtsbruch der
Regierung vor das Bundesverfassungsgericht zu bringen. Auch uns sind die Hände gebunden, denn mangels Verbandsklagerechts kann hier keine anerkannte Tierschutzorganisation eine gerichtliche Überprüfung herbeiführen," so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte.
Der Bundesverband, der zusammen mit der Vereinigung "Juristen für Tierrechte" der Bundesregierung sowie auch Rheinland-Pfalz ein umfassendes Rechtsgutachten vorgelegt hatte, ist überzeugt, dass das Bundesverfassungsgericht die neuen Haltungsvorgaben als unrechtmäßig erachtet. Das Rechtsgutachten kommt zu dem Ergebnis, dass die neuen Vorschriften das damalige Urteil des Bundesverfassungsgerichts missachten und gegen das Tierschutzgesetz sowie gegen das Staatsziel Tierschutz des Grundgesetzes verstoßen.
"Jetzt hoffen wir allerdings, dass das Bundesverfassungsgericht bald sein Urteil fällt, damals haben wir auf das so weit
reichende entscheidende Urteil nahezu 12 Jahre warten müssen", schließt Simons.


02.August 2006

Qualen im Seehofer-Käfig ab 4. August rechtskräftig

Menschen für Tierrechte verurteilen Rechtsbruch der Regierung;
Forderung auf Akteneinsicht durchgesetzt

Einen Tag nach Ablauf der Notifizierungsfrist in Brüssel hat Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer gestern die im April vom Bundesrat beschlossene Aufhebung des Käfigverbots für Legehennen unterzeichnet. Die neuen Haltungsbestimmungen treten nun - nach ihrer Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt - bereits am 4. August in Kraft. Damit wird die tierquälerische Käfighaltung von Legehennen künftig wieder erlaubt. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte verurteilt dies als Rechtsbruch der Regierung und setzt auf gerichtliche Überprüfung.
»Für uns ist das ganz klar Rechtsbruch. Alle politischen Instanzen haben sich über das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das bereits 1999 die Käfighaltung von Legehennen als tierquälerisch verurteilte, hinweggesetzt. Zugleich verstoßen sie gegen das Staatsziel Tierschutz des Grundgesetzes. In der Praxis bedeutet das jetzt weiterhin schlimmste Tierquälerei für 100 Millionen Hennen. Da werden wir nicht tatenlos zusehen«, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte.

Der Tierrechtsverband hatte mittels des neuen Informationsfreiheitsgesetzes Akteneinsicht beim Bundesjustiz- und Bundeslandwirtschaftsministerium eingefordert, die ihm nun gewährt werden soll. Insbesondere interessieren ihn die Rechtsprüfung, die das Bundesjustizministerium vor dem Hintergrund des Bundesverfassungsgerichtsurteils vorgenommen hat sowie Details über die Einflussnahme der Eierlobby.

Zudem steht der Bundesverband Menschen für Tierrechte mit den Bundesländern Hessen und Rheinland-Pfalz in Kontakt, die im Bundesrat gegen die Verlängerung der Käfighaltung gestimmt hatten. Er hält es zur Rettung des Rechtsstaates für unausweichlich, dass ein Bundesland Normenkontrollklage beim Bundesverfassungsgericht erhebt. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht, die Rechtsgültigkeit der Haltungsbestimmungen überprüfen zu lassen. »Da Tierschutzverbänden bis heute noch kein Klagerecht - die so genannte Tierschutz-Verbandsklage - zugestanden wird, können wir diese gerichtliche Überprüfung nicht selbst in Angriff nehmen. Wir leisten daher unermüdlich Widerstand mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln«, schließt Simons.


Quelle: Menschen fuer Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.


Pressemeldung DTB vom 31.07.06


Frist läuft ab: Schicksal der Legehennen besiegelt


Am 7. April hatte der Bundesrat das Verbot der Käfighaltung für Legehennen im Rahmen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung aufgehoben. Nach Wunsch der Länderkammer sollen die Hühnervögel zukünftig in ausgestalteten Käfigen gehalten werden. Der Deutsche Tierschutzbund hat diesen Rückschritt in der Tierhaltung stets kritisiert. Auch die beschlossenen Haltungsvorschriften für Schweine lehnt Europas größte Tier- und Naturschutzorganisation ab. Das Bundeskabinett und Bundesminister Horst Seehofer haben die Ratifizierung der Verordnung angekündigt. Mit dem heutigen Datum läuft nun die Einspruchsfrist der EU ab. Da von dort keine Einwände kommen, scheint das Hühner- und Schweineschicksal besiegelt.

„Die Verbraucher wollen Fortschritte in der Tierhaltung, die Politik beschließt das Gegenteil“, erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Auch wenn das Ende der „EU-Stillhaltefrist“ nur eine Formalie ist, erneuert der Deutsche Tierschutzbund die Kritik an den von der Bundesregierung akzeptierten Bundesratsbeschlüssen. In den nun zugelassenen ausgestalteten Käfigen können die Tiere zentrale Bedürfnisse und Verhaltensweisen nicht ausleben. Dazu gehören u.a. Sandbaden, ungestörtes Ruhen oder geschützte Eiablage im Nest. Auch die Schweinehaltungs-Verordnung ist eine Fortschreibung der tierquälerischen Intensivhaltung.

Einziger Hoffnungsschimmer bleibt die von der Länderkammer gegebene Zusage, dass bis 2008 mindestens 50 % der Legehennen in den tiergerechten Boden- und Freilandhaltungen gehalten werden. Zudem soll ein Prüf- und Zulassungsverfahren für serienmäßig hergestellte Haltungssysteme eingeführt werden, mit dem deren Tiergerechtheit überprüft wird. Diese Zusagen dürfen keine Luftblasen bleiben, formuliert Apel die Erwartung an den Bundesminister Horst Seehofer, der die Umsetzung der Zusagen nun konsequent veranlassen und überwachen muss.

Nach den Hühner und den Schweinen wird es zukünftig auch um das Schicksal der Broiler gehen. Bisher gibt es für die Intensivhaltung von Geflügel keine gesetzlich verbindlichen Vorgaben. Hie besteht akuter Handlungsbedarf: Bundesminister Seehofer kann deutlich machen, wie ernst es ihm mit dem Tierwohl ist. Der Deutsche Tierschutzbund erwartet von der Bundesregierung einen engagierten Einsatz für strengere Tierschutzstandards in der Mastgeflügelhaltung.


Pressemitteilung 10.05.2006
Menschen fuer Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.

Hennen weiterhin lebenslang im Knast
Bundeskabinett sagt Ja zu quaelerischem Seehofer-Kaefig


Der heutige Kabinettbeschluss zum Seehofer-Kaefig fuer
'Legehennen' bedeutet fuer den Bundesverband Menschen fuer Tierrechte Verfassungsbruch und Missachtung des Buergerwillens. Der Verband fordert Widerstand seitens der Bevoelkerung.
Unmittelbar nachdem heute der Landwirtschaftsausschuss
des Bundestages mit den Stimmen der Grossen Koalition die Antraege von "Buendnis90/Die Gruenen" und "Die Linke" auf Beibehaltung des Verbots der Hennenkaefige abgelehnt hat, bekommt Minister Seehofer gruenes Licht vom Kabinett:
die herkoemmliche und verfassungswidrige Kaefighaltung
wird bis 2009 verlaengert. Ausserdem werden ungepruefte neue Kaefige zugelassen. Diese sind nach Expertenmeinung so eng und niedrig, dass sie den Hennen ein artgerechtes Leben weiterhin nicht ermoeglichen.
Damit wuerde sich der Bundesminister nach Ansicht des
Bundesverbandes Menschen fuer Tierrechte den Interessen der
Agrarindustrie beugen und Millionen Tierfreunde in Deutschland
zur massiven Gegenwehr herausfordern. Zudem steht fuer den
Verband ausser Frage: Der Seehofer-Kaefig setzt sich ueber
das grundgesetzlich verbuergte Staatsziel Tierschutz hinweg
und ist auch nicht mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts
von 1999 sowie mit den Wertvorstellungen der Mehrheit der
Waehler vereinbar.
"Dieselben Politiker, die von Einbuergerungswilligen den Eid
auf die Verfassung verlangen, treten sie beim Tierschutz
ungeniert mit Fuessen", urteilt Dr. Pedro de la Fuente, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen fuer
Tierrechte.

"Holen Sie die Tiere aus dem Kaefig", appelliert de la Fuente
an die Buerger - durch Kaufboykott, Petitionen, Demonstrationen,
alle Mittel des zivilen Ungehorsams und oeffentlicher Bekanntmachung der Betriebe, die sich fuer den Seehofer-Kaefig entscheiden, sollte deutlich gemacht werden, dass agrarindustrielle
Tierquaelerei in Deutschland nicht erwuenscht ist. Der Verbraucher
duerfe es nicht zulassen, dass Deutschland einen Spitzenplatz im
Verschleiern von Tierquaelerei einnehme.


Huehner in Seehofer-Kaefigen darf es nicht geben! 13.04.06
Menschen fuer Tierrechte rufen Buerger zum Protest auf und starten neue Online-Aktion

Nachdem der Bundesrat am 7. April Bundesminister Horst Seehofer
aufgefordert hat, das zum 1.1.2007 unter der ehemaligen Verbraucherschutzministerin Renate Kuenast beschlossene Verbot der Haltung von "Legehennen" in Kaefigen ausser Kraft zu setzen, fordert der Bundesverband Menschen fuer Tierrechte, dass Minister Seehofer zu seinen Worten steht und seine Unterschrift zur Neuauflage der Kaefighaltung verweigert. Zudem appelliert der Verband an die Buerger, diese Forderung auch per Online-Aktion zu unterstuetzen.

Am 3. April hatte der Bundeslandwirtschaftsminister gegenueber
Tierschutzorganisationen erklaert, er werde keine Rechtsvorschrift unterschreiben,
- in welcher der Bundesrat die Neuregelungen der Schweinehaltung mit
der Zulassung neuer "Legehennen"-Kaefige verbinde.
- Ausserdem duerfe der neue, modifizierte Huehnerkaefig nur bis 2020
zugelassen werden.
- Darueber hinaus duerfe der neue, modifizierte Huehnerkaefig nur
eingefuehrt werden, wenn bis 2009 mindestens 50% der Hennen in Boden-, Freiland- oder Volierenhaltung leben wuerden.

"Diese Bedingungen sind im Bundesratsbeschluss vom 7. April nicht
erfuellt. Wenn Horst Seehofer glaubwuerdig bleiben will, darf er den Bundesratsbeschluss nicht unterschreiben", so Dr. Pedro de la Fuente, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen fuer Tierrechte. Passend zu Ostern ruft der Verband daher Buerger und Buergerinnen auf, sich an der Aktion "Nein! zum Seehofer-Kaefig" zu beteiligen.

Der Bundesratsbeschluss verbindet die Neuregelung der Schweinehaltung
mit der Zulassung neuer Hennenkaefige. Er sieht zudem vor, dass eine Henne auf knapp 900 qcm Bodenflaeche gehalten werden darf - das entspricht nicht einmal der Flaeche von eineinhalb DIN A 4-Seiten. Der Bundesverband betont, dass auf dieser Flaeche keine Henne tiergerecht leben koenne. Deshalb muesse alles aufgeboten werden, um einen Seehofer-Kaefig zu verhindern. Da Tierschutzorganisationen bisher noch kein Klagerecht haben, gaebe es nach Zulassung des Haltungssystems nur die Moeglichkeit, dass ein Bundesland Normen-
kontrollklage gegen dieses Haltungssystem erhebe. Soweit duerfe es
aber erst gar nicht kommen.

Online-Aktion und weiter Informationen:
www.hennenaktion.tierrechte.de

Quelle:Bundesverband der Tierversuchsgegener


Pressemitteilung
Menschen fuer Tierrechte -
Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.


Datum: 31.03.2004

Augen auf beim Eierkauf!

Menschen fuer Tierrechte appellieren an die Verbraucher Kaefigeier zu meiden

Angesichts des bevorstehenden Osterfestes und der Diskussion ueber den Ausstieg aus der Kaefighaltung wendet sich der Bundesverband Menschen fuer Tierrechte an die Verbraucher. Unter dem Motto "Augen auf beim Eierkauf!" ruft der Verband die Verbraucher dazu auf, Kaefigeier zu meiden und damit ein eindeutiges Signal fuer eine artgerechtere Tierhaltung zu setzen.
Die neue Kennzeichnungspflicht erleichtert dem Verbraucher die Entscheidung. Seit Januar 2004 muss jedes Ei in der Europaeischen Union einen Stempelaufdruck tragen, der Auskunft ueber die Haltungsform, das Erzeugerland und den Herkunftsbetrieb gibt. Vor allem auf die erste Ziffer kommt es an, denn sie informiert ueber die Haltungsbedingungen:

"0" steht fuer Eier aus oekologischer Haltung,

"1" fuer Freilandhaltung,

"2" fuer Bodenhaltung und

"3" fuer Eier aus Kaefighaltung.

Auch auf der Verpackung muss die Haltungsform angegeben sein.

Eier mit der Zahl "3" sollten generell gemieden werden, denn sie stammen aus tierquaelerischen Legebatterien, wo die Hennen in Drahtgitterkaefigen mit einer Grundflaeche von weniger als einem DIN A4-Blatt dahinvegetieren. In der Bodenhaltung ist nur ein Drittel des Stalls eingestreut. Oft herrscht in den Staellen drangvolle Enge und Antibiotika sind erlaubt. Die oekologische und die Freiland-Haltung kommen den Beduerfnissen der Hennen am ehesten entgegen.

Zur Vorsicht raet der Bundesverband Menschen fuer Tierrechte beim Kauf von Eiern auf Wochenmaerkten oder direkt vom Erzeuger ab Hof, denn diese Eier muessen erst ab Juni 2005 gestempelt sein. Gefaerbte Eier und Fertigprodukte mit Eiern - z. B. Teigwaren - muessen nicht gekennzeichnet werden. Auch in Baeckereien, Kantinen und Restaurants werden meist Kaefigeier verarbeitet. Eine kritische Nachfrage der Kunden koenne hier das Problembewusstsein foerdern, so der Verband.

"Die grosse Mehrheit der deutschen Verbraucher lehnt die Kaefighaltung von Hennen ab", so Hannelore Jaresch vom Bundesverband Menschen fuer Tierrechte, " Aber es duerfen keine Lippenbekenntnisse bleiben, denn das Kaufverhalten spiegelt die breite Ablehnung noch nicht wider."

Die Macht des Verbrauchers, mit dem Einkauf zu demonstrieren, dass ihm das Wohlergehen der Tiere wichtig ist, gewinne jetzt besondere Bedeutung, da die Bundeslaender das vor zwei Jahren verabschiedete Verbot der Kaefighaltung ab 2007 aufzuweichen versuchen. Nach der Agrarministerkonferenz vom vergangenen Freitag ist zwar die Forderung nach Einfuehrung des so genannten ausgestalteten Kaefigs vom Tisch, stattdessen sollen "Klein-Volieren" entwickelt werden. Wie diese aussehen sollen, ist noch nicht bekannt, so dass eine Bewertung aus Tierschutzsicht noch nicht moeglich ist.


02.01.04 - Deutscher Tierschutzbund appelliert an alle Verbraucherinnen und Verbraucher:

Boykottieren Sie Tierquälerei! Kaufen Sie kein Ei mit 3!

Ab heute können die Verbraucherinnen und Verbraucher entscheiden, ob sie Tierquälerei unterstützen wollen oder nicht. Denn ab diesem Stichtag müssen in der gesamten EU Eier gekennzeichnet sein. Auch auf der Verpackung muss vermerkt sein, aus welcher Haltungsform die Eier stammen. „Jetzt können die Verbraucher ihre Macht demonstrieren und Einfluss nehmen auf die Haltung von ca. 50 Millionen Legehennen in Deutschland“, kommentiert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, die Deklarationspflicht. „Achten Sie auf die Herkunft der Eier. Boykottieren Sie Eier aus Quälerei. Kaufen Sie kein Ei mit der Kennziffer drei, denn diese Eier stammen aus der tierquälerischen Käfighaltung“, erklärt Apel. Unter dem Slogan „Kein Ei aus Quälerei! Kein Ei mit 3!“ hat der Deutsche Tierschutzbund eine bundesweite Kampagne gegen die tierwidrige Käfighaltung von Legehennen gestartet.

Während die Politiker mit der Diskussion um die Beibehaltung der Käfige gleichermaßen Verrat an den Verbrauchern und an den Tieren üben, haben es jetzt die Bürgerinnen und Bürger selbst in der Hand, ob weiterhin Jahr für Jahr Millionen Legehennen in grausamer Enge zusammengepfercht auf Drahtgitter in Legebatterien ihr Leben fristen. Denn mit der neuen EU-weiten Kennzeichnungspflicht lassen sich Käfigeier identifizieren. Ein Stempel auf dem Ei verrät Haltungsform, Herkunftsland sowie den Betrieb bis hin zur Stallnummer. „Für nur wenige Cent mehr kann jeder Einzelne einen wichtigen und spürbaren Beitrag zum Wohlergehen unserer Mitgeschöpfe leisten. Setzen Sie bei jedem Einkauf ein Zeichen für mehr Tierschutz“, appelliert Apel und führt weiter aus: „Die Politiker, die sich von der Agrarlobby für ihre Zwecke für instrumentalisieren lassen, müssen merken, dass sie die Rechnung ohne die Bürgerinnen und Bürger gemacht haben. Annähernd 90 Prozent der Bundesbürger lehnt die Käfighaltung ab. Durch ihre Kaufentscheidung können sie die Agrarlobbyisten und ihre politischen Steigbügelhalter stoppen, die sich für den Fortbestand der Käfighaltung ausgesprochen haben. Dabei hat das Bundesverfassungsgericht diese Haltungsform schon 1999 als tierquälerisch verurteilt. Deshalb müssen seit gestern verpackte Eier aus Käfighaltung auf der Verpackung den Wortlaut „Eier aus Käfighaltung“ tragen.“

Der Deutsche Tierschutzbund hat als Gedächtnisstütze beim Einkauf einen Taschenkalender produziert, auf dessen Vorderseite das Glückliche Huhn, sein Maskottchen, und der Slogan der Kampagne „Kein Ei aus Quälerei! Kein Ei aus 3“ zu sehen sind. Er kann bei der Bundesgeschäftsstelle des Deutschen Tierschutzbundes angefordert werden.

Die Haltungsform wird bei dem Erzeugercode z.B. 0 – DE - 0123456, der ab dem 1.1.2004 auf jedes Ei abgedruckt ist, an der ersten Ziffer deutlich. Die Kennziffer 0 steht für ökologische Erzeugung, die 1 für Freilandhaltung, die 2 für Bodenhaltung und die 3 für die Käfighaltung. Auch auf der Verpackung selbst muss zukünftig die Herkunft – z.B. „Käfighaltung“ – vermerkt sein.

Quelle:DTB


28.11.03 - Bundesrat rollt der Tierqual den roten Teppich aus -

Deutscher Tierschutzbund kündigt dagegen weitere massive Kampagnen an

Der Bundesrat hat soeben mit Mehrheit in einem trickreichen Antrag von Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen beschlossen, dass die Käfighaltung von Legehennen über das eigentliche Verbot ab 2007 weiterhin möglich sein soll. Darüber hinaus wurde per Beschluss den sogenannten ausgestalteten Käfigen und damit weiterer Tierquälerei unbefristet Tür und Tor geöffnet. Zudem wollen die Länder, dass die Schweine in Deutschland auch weiterhin in enger Haltung in Dunkelställen und auf Vollspaltenböden gehalten werden und amputiert werden dürfen, um sie an die tierquälerischen Haltungssysteme anzupassen. Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, erklärt in einer ersten Stellungnahme vor Ort: „Wir begrüßen, dass Bundesministerin Renate Künast diese gesetzlich sanktionierte Tierqual nicht mit ihrer Unterschrift besiegeln wird“. Europas größte Tier- und Naturschutzorganisation kündigt massive Kampagnen in den Bundesländern an, die sich heute für die Tierqual ausgesprochen haben.

„Der Bundesrat hat den Tierquäler den roten Teppich ausgerollt und ist zur Folterkammer der Tiere geworden. Das ist ein trauriger Tag für den Tier- und Verbraucherschutz. In den ausgestalteten Käfigen, die die Eierindustrie beschönigend als „Kleingruppenhaltung“ zu tarnen versucht, wären die Tierschutzprobleme genau so wie in den jetzt bestehenden Käfigen“, erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Das Bundesverfassungsgericht hat die Käfighaltung bereits 1999 als Tierquälerei verurteilt. Darüber hinaus ist der Schutz der Tiere seit 2002 auch als Staatsziel im Grundgesetz verankert. „Die Länder wollen geltendes Recht nun zugunsten der Eierindustrie opfern. Wir werden es jedoch nicht hinnehmen, dass sich Politiker von der Eierbranche instrumentalisieren lassen. Für uns ist das kein Ende unseres Kampfes für das Wohl der Tiere. Wir machen weiter bis die millionenfache Tierqual in den deutschen Ställen beendet ist“, so Wolfgang Apel kämpferisch.

Bei der Schweinehaltung, über die heute ebenfalls abgestimmt wurde, hat sich eine Mehrheit der Länder gegen Verbesserungen für die Tiere ausgesprochen. Der von Bundesministerin Renate Künast vorgelegte Vorschlag und die darin enthaltenen Verbesserungen für die Tiere wurden in entscheidenden Punkten abgelehnt. Nach dem Willen der Länder sollen Schweine auch künftig in drangvoller Enge auf Vollspaltenböden in dunklen Ställen dahin vegetieren und durch Amputationen ihrer Schwänze an das Haltungssysteme angepasst werden.

DTB


Droht der Ausstieg vom Ausstieg aus den Legebatterien?

Das falsche Klagelied der Käfiglobby


Die Bundessländer wollen wieder die Käfighaltung von Legehennen einführen - obwohl der Tierschutz im Grundgesetz steht! Erst vor zwei Jahren hatte der Bundesrat das Aus für die Legebatterie und den ausgestalteten Käfig beschlossen. Jetzt müssen wir unseren Kampf gegen die Hühnergefängnisse erneut beginnen! Lesen Sie hierzu die Vorveröffentlichung aus der nächsten Ausgabe der tierrechte.
Bitte schicken Sie Ihren Protest an die Ministerpräsidenten der Bundesländer. Unter
www.hennen-in-not.de ist alles für Sie vorbereitet.

Vorveröffentlichung aus tierrechte 4.03
Autor Dr. Eisenhart von Loeper
Die Lobby der Halter von »Käfighennen« klagt über eine angeblich erhöhte Sterblichkeitsrate der Hennen in Boden- und Volierenhaltungen. Damit will sie das Verbot der Käfighaltung in Deutschland rückgängig machen, das ab 2007 gilt.

Die »Käfiglobby« hat - und das ist alarmierend - schon den Tierschutzbeauftragten Wilhelm Priesmeier der SPD-Bundestagsfraktion »bekehrt«. Und auch die Bundesländer forderten auf der Agrarministerkonferenz Ende September 2003 von Bundesministerin Renate Künast, die Bedingungen bei den unterschiedlichen Haltungsformen zu überprüfen und hierzu einen Bericht abzugeben. Die niedersächsische Landesregierung will unmissverständlich zurück zu Käfigen, und zwar zu den so genannten modifizierten oder ausgestalteten. Augenscheinlich soll die Öffentlichkeit für dumm verkauft werden. Was steckt dahinter, was sind die Fakten?

Mitarbeiter der Tierärztlichen Hochschule Hannover stellten mit Hilfe einer Fragebogenaktion die Antworten aus 72 Hühnerhaltungs-Betrieben zusammen und ermittelten daraus, dass die Hennen in Boden- und Volierenhaltungen im Durchschnitt vermehrt »Federpicken« und »Kannibalismus« aufweisen und dass im Vergleich zur herkömmlichen Käfighaltung erheblich höhere Tierverluste auftreten würden (statt 87 etwa 158-188 Tiere pro 1000 Hennen).

Bedenklich ist jedoch bereits:
Die Angaben der Betriebe kamen unter maßgeblicher Mitwirkung der Geflügelwirtschaft zustande, die in ihrem Verbandsorgan wegen des bevorstehenden Ausstiegs aus der Käfighaltung über die »Wut und absolutes Unverständnis« der Batteriebesitzer berichtet und politischen Druck machen will.

Außer Acht bleibt:
Die Aufzucht der Junghennen - auch für »alternative« Haltungen - erfolgt noch regelmäßig in Käfigen, statt in »artgerechterer« Haltung mit guter Einstreu. Die Tiere lernen in den Käfigen nicht, mit Einstreu sowie Umwelt, Boden, Luft und Sonne gesund umzugehen. Verhaltensstörungen wie Federpicken und Kannibalismus sind die Folgen, die auch nach dem Wechsel in bessere Haltungen nicht abgelegt werden. In der Schweiz wird deshalb die Hennenaufzucht in Käfigen zum Nutzen der Tiere und der Betriebe nicht mehr zugelassen.

Verschwiegen wird:
Betriebe, die von konventioneller auf tierfreundlichere Haltung umgestellt haben, bieten den Tieren zu wenig strukturierte Umgebung, insbesondere Rückzugsmöglichkeiten. Darüber hinaus fehlt den Tierhaltern die Erfahrung im guten Management von »alternativen« Haltungssystemen. Darin liegt eine wesentliche Ursache für eventuell auftretende vermehrte Krankheiten und Tierverluste.

Studien belegen:
Ein Report des Wissenschaftlichen Veterinärausschusses der EU, neuere Untersuchungen aus der Schweiz sowie der Internationalen Gesellschaft für Nutztierhaltung bestätigen, dass die Sterblichkeitsrate im Wesentlichen nicht von den verschiedenen Haltungssystemen, sondern von der Rasse und von den Aufzuchtbedingungen beeinflusst wird (1).

Tatsache ist:
Die Probleme Federpicken und Kannibalismus verursachen im Käfig zwar weniger Schäden. Dies liegt jedoch nicht daran, dass diese Verhaltensstörungen dort nicht auftreten. Sie werden nur durch den »super-crowding-effect« überlagert. Das bedeutet, die Tiere stehen im Käfig so dicht zusammengedrängt, dass sie in der Enge nicht den nötigen Abstand haben, um ihre Käfiggenossin »anzupicken«. Federpicken und Kannibalismus sind Folgen u. a. von einstreuloser Haltung sowie nicht »artgerechter« Aufzucht und werden auch durch Faktoren wie Genetik, Futter und Management beeinflusst.

Hinzu kommt:
Auch ein »modifizierter« Käfig mit einer Bodenfläche von maximal 750 cm² pro Henne bietet nur minimal mehr Platz als ein DIN A 4-Blatt und bleibt äußerst tierwidrig und tierquälerisch. Die Befriedigung der Grundbedürfnisse der Tiere auf artgemäße Eigenkörperpflege wie Sandbaden und auf ein geschütztes Legenest werden auch im »modifizierten« Käfig weitgehend verhindert. Die Untersuchung der Tierärztlichen Hochschule ist unseriös, weil sie diese Fragen ebenso ausklammert wie die Krankheiten und Schäden, welche die Hennen durch die stetige Verhinderung artgemäßen Verhaltens im Käfig erleiden (2).

Die gnadenlose wirtschaftliche Ausbeutung wehrloser Tiere in Legebatterien, aus der jahrzehntelang große Profite gezogen wurden, fordert offenbar ein letztes Gefecht. Wer es mit dem Recht der Hennen und mit der Selbstachtung der Menschen ernst meint, muss den Umstellungsprozess auf artgemäße Tierhaltungen konstruktiv begleiten, statt die Tierqual in Käfigen durch vordergründige Argumente zu rechtfertigen. Der Bundesverband fordert daher von Landes- und Bundespolitikern, eine fundierte Ursachenforschung zu betreiben, um dann unerwünschten Vorkommnissen in der Boden-, Volieren- und Freilandhaltung mit effizienten Maßnahmen zu begegnen. Auch die Bedingungen von Zucht und Aufzucht sind mit einzubeziehen. So müssen per Verordnung gesundheitliche Fehlzüchtungen der »Nutztiere« und deren Vermarktung untersagt werden. Dies ist schon im Hinblick auf den Eigenwert der Tiere und das Staatsziel Tierschutz notwendig. Doch nach wie vor haben darüber hinaus auch die Verbraucher ein großes Machtpotential: Da über 85 % der Bevölkerung die Käfighaltung der Hennen ablehnt, muss sich der Boykott des Käfigeies endlich auch im Kaufverhalten widerspiegeln (3).

(1) Siehe Nimtz-Köster, R. in: Der Spiegel Nr. 42 vom 13.10.2003 S. 196-199
(2) Zu den Krankheiten der Käfighennen vgl. treffend Hirt/Maisack/Moritz Tierschutzgesetz Vorbemerkung Rn 11-14 zur Tierschutz-Nutztierverordnung. Der Kommentar ist kürzlich im Verlag Vahlen erschienen.
(3)Laut neuester Umfrage wünschen nur 5 % der Verbraucher die Käfigbatterien, aber 60 % der Bundesbürger verzehren noch immer Käfigeier. Siehe den bereits erwähnten Spiegel-Bericht.


Käfig- oder Batteriehaltung

Herkömmliche Käfige
, Drahtkäfige mit Schräggitter als Boden, doppelreihig, d.h. Käfige stehen mit Rückwänden aneinander
4 - 8 Etagen übereinander
Maße eines typischen Käfigs: 50 x 50 cm bei einer Höhe von 40 cm vorne und 35 cm hinten
Fläche je Henne: 450 qcm bei Gewicht unter 2 kg, 550 qcm bei Gewicht über 2 kg
Fütterung, Wasserversorgung, Ei-Entnahme, Kot-Beseitigung, Beleuchtung und Ventilation sindvollautomatisiert

Variante »ausgestaltete« Käfige
EU-Richtlinie schreibt vor:
600 qcm Fläche je Henne (750 qcm in deutschen Erprobungsanlagen)
ein Nest zur Eiablage, Sitzstangen, Einstreu, Krallenabriebflächen

Bodenhaltung

Stallfläche mit Sitzstangen und Legenestern
Bestandsdichte: bis 7 Hennen pro qm (1430 qcm pro Tier)
mind. 1/3 der Stallfläche ist Scharraum mit Einstreu wie Sand, Holzspäne oder Stroh
ca. 2/3 der Stallfläche dienen zur Aufnahme des Kotes (meistens Kotgrube vorhanden, über der Sitzstangen angebracht sind)

Volierenhaltung

unterscheidet sich von der Bodenhaltung durch übereinander angebrachte Ebenen, die als Lauf- und Ruheflächen mit Tränke- und Fütterungseinrichtungen genutzt werden. Hierdurch können mehr Tiere je Stallgrundfläche gehalten werden.
Bestandsdichte: bis zu 25 Hühner pro qm
hochmechanisiertes System, z. B. mit breiten Transportbändern zur Kot-Beseitigung unter den erhöhten Ebenen

Freilandhaltung

für den Stall gelten die selben Mindestanforderungen wie bei der Bodenhaltung, auch als Volierenhaltung durchführbar
zusätzlich stehen jedem Tier 10 qm Auslauffläche im Freien zur Verfügung, ab 2004 nur noch 4 qm.

Intensive Auslaufhaltung
abweichend zur Freilandhaltung stehen jedem Huhn 2,5 qm Auslauf zur Verfügung.

Quelle: Menschen fuer Tierrechte


MhT - Infostand am 22.11.03 in Worms

Am Samstag den 22.11.03 veranstalteten wir einen Infostand in der Fussgaengerzone in Worms.

Die Themen waren u.a. Pelztierhaltung und die Wiedereinfuehrung der Kaefighaltung von Legehennen.

Gerade der neue Vorstoss der Bundeslaender, die Kaefighaltung der Legehennen wieder einzufuehren,stiess bei vielen Mitbuergern auf Unverstaendniss.Viele kamen gezielt an unseren Stand, um Ihrem Entsetzen darueber mit einer Unterschrift Ausdruck zu verleihen.

Bitte helfen auch Sie mit!

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