Hundehaltung in Deutschland

Kira - 5 Monate

In einem Ort in der Pfalz lebte im Dezember 2006 eine kleine, junge Hündin. Bis zum 6.1.2007 hatte sie nicht einmal eine Hütte. Nachbarn verständigten uns und wir schauten uns die Zustände an. Es war erbärmlich. Die Hündin hieß Kira und war gerade mal 5 Monate alt. Sie wurde in einem Hof vor dem Haus gehalten. Tag und Nacht war sie alleine. Kein warmer, wettergeschützter Liege-platz und ab dem 6. Januar nur eine zugige, zusammengezimmerte Hütte. Wie schlimm muss es erst für das Tier gewesen sein, bevor sie wenigstens diesen Verschlag bekam? Sie hatte weder Kontakt zu Artgenossen, zu Menschen noch zu ihrer Umwelt. Näherte man sich dem Grundstück bellte sie und zog sich ängstlich in ihren Verschlag zurück. Der Besitzer kam, wie wir feststellten, oft erst spät abends zurück. Kira freute sich und es war schlimm mit anzusehen, wie er sie weg-schob und ins Haus ging. Die kleine Hündin blieb wieder alleine zurück.Ihr Futter- und Wassernapf blieb oftmals leer. Sie war jeder Witterung schutzlos ausgeliefert.

Die Hundehalteverordnung interessierte den Besitzer genau so wenig wie das Wohlbefinden seines Hundes. Wir kontrollierten zu den unterschiedlichsten Tages- und Nachtzeiten die Haltung und verständigten immer wieder den zuständigen Veterinär. Es begann ein längeres Tauziehen, bis er sich bequemte, nach dem Rechten zu sehen. Dem Besitzer wurden Auflagen gemacht und er brachte daraufhin die Hündin weg. Alle unsere Nachforschungen über den Verbleib des Hundes verliefen erfolglos.
Man fragt sich ernsthaft, weshalb Menschen sich Tiere zulegen. Weshalb Behörden, die zum Schut-ze der Tiere da sind, so lange brauchen um zu reagieren. Warum die meisten Nachbarn dem Trei-ben dieses Menschen schweigend zusahen. Warum duldeten sie diese Quälerei an einem Hunde-kind? Warum kam nicht von allen Seiten ein Schrei der Empörung? Kira ist nur ein Beispiel der ach so gepriesenen Hundehaltung in Deutschland. Sie ist nur eine von vielen. Immer wenn wir einer schlechten Haltung nachgehen, sind wir entsetzt über unsere Machtlosigkeit und die Ignoranz vieler Mitbürger. Machen sie sich denn keine Gedanken, haben sie denn kein Erbarmen? Es müsste die vielen Zwinger- und Kettenhunde nicht geben, nicht die armen, verlassenen Hunde in den Gärten, wenn wir Menschen uns besinnen und nicht immer nur wegschauen würden.

Menschlich sein heißt Mitgefühl auch unseren Mitgeschöpfen gegenüber zeigen !

Waltraud Phul